Geldschrank kaufen: Sicherheitsstufen, Versicherungsschutz und Auswahlkriterien
Von der richtigen Klassifizierung bis zur fachgerechten Verankerung
Ein Geldschrank ohne passende Zertifizierung kann im Schadensfall teuer werden: Die Versicherung zahlt nur, wenn der Tresor den vereinbarten Widerstandsgrad erfüllt und fachgerecht verankert ist. Viele Käufer erfahren erst nach einem Einbruch, dass ihr Modell die Anforderungen nicht erfüllt. Der Schaden ist dann doppelt: gestohlen und nicht versichert. Die Wahl der richtigen Sicherheitsstufe ist deshalb keine Nebensache, sondern bestimmt, ob Ihre Werte tatsächlich geschützt sind.
Bei fast jedem zweiten Einbruch haben es Täter auf Bargeld abgesehen. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft stieg der durchschnittliche Schaden pro Einbruch 2024 auf 3.800 Euro, den höchsten Wert seit 20 Jahren. Wer Bargeld, Schmuck oder wichtige Dokumente zu Hause oder im Betrieb aufbewahrt, braucht einen Geldschrank, der sowohl Einbrecher aufhält als auch den Versicherungsschutz sichert.
Das Wichtigste in Kürze
- Zertifizierung entscheidet: Nur Geldschränke mit VdS- oder ECB-S-Zertifizierung nach EN 1143-1 bieten definierten Versicherungsschutz.
- Widerstandsgrad bestimmt Versicherungssumme: Je höher der Grad, desto mehr Wert können Sie versichern. Im Gewerbe gelten niedrigere Summen als privat.
- Verankerung ist Pflicht: Bei Tresoren unter 1.000 kg verlangen die meisten Versicherer eine fachgerechte Boden- oder Wandverankerung.
- EMA verdoppelt den Schutz: Der Anschluss an eine VdS-zertifizierte Einbruchmeldeanlage kann die Versicherungssumme verdoppeln.
- Fachberatung vermeidet Fehlkäufe: Sprechen Sie uns an für eine individuelle Bedarfsanalyse vor dem Kauf.
Was unterscheidet einen Geldschrank vom Möbeltresor?
Nicht jeder Tresor bietet echten Schutz. Der Begriff „Geldschrank“ wird umgangssprachlich für verschiedene Tresortypen verwendet, doch die Unterschiede sind erheblich. Ein einfacher Möbeltresor aus dem Baumarkt wiegt oft nur 20 bis 30 Kilogramm und lässt sich mit einfachem Werkzeug in wenigen Minuten aufbrechen. Ein zertifizierter Wertschutzschrank hingegen besteht aus mehrwandigem Stahl mit Betonpanzerung und wiegt je nach Größe zwischen 40 und mehreren hundert Kilogramm.
Entscheidend für den Versicherungsschutz ist die Prüfung nach europäischer Norm EN 1143-1. Unabhängige Institute wie VdS oder ECB-S testen, wie lange ein Tresor professionellen Aufbruchversuchen standhält. Das Ergebnis wird als Widerstandsgrad angegeben und bildet die Grundlage für die Versicherungseinstufung. Ohne diese Zertifizierung gibt es keinen definierten Versicherungsschutz für den Tresorinhalt.

Widerstandsgrade und Versicherungssummen im Überblick
Die Sicherheitsstufen nach EN 1143-1 reichen von Grad 0 bis Grad 6. Für die meisten privaten und gewerblichen Anwendungen sind die Grade 0 bis III relevant. Die empfohlenen Versicherungssummen unterscheiden sich dabei deutlich zwischen privater und gewerblicher Nutzung, da im Gewerbe das Einbruchrisiko statistisch höher liegt.
| Widerstandsgrad | Privat (ohne EMA) | Gewerblich (ohne EMA) |
|---|---|---|
| Grad 0 (N) | bis 40.000 Euro | bis 10.000 Euro |
| Grad I | bis 65.000 Euro | bis 20.000 Euro |
| Grad II | bis 100.000 Euro | bis 50.000 Euro |
| Grad III | bis 200.000 Euro | bis 100.000 Euro |
Diese Werte sind Richtwerte, die tatsächlichen Summen variieren je nach Versicherungsanbieter. Beim Anschluss an eine VdS-zertifizierte Einbruchmeldeanlage verdoppeln sich die Versicherungssummen in der Regel. Für höhere Werte oder spezielle Anforderungen empfiehlt sich immer die Rücksprache mit der eigenen Versicherung vor dem Kauf.
Praxistipp:
Klären Sie die Anforderungen Ihrer Versicherung, bevor Sie einen Geldschrank kaufen. So vermeiden Sie, dass der Widerstandsgrad nicht zur gewünschten Versicherungssumme passt. Ein kurzer Anruf bei Ihrem Versicherer kann einen teuren Fehlkauf verhindern.
Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da.
Geldschränke im Überblick: Unsere Produktempfehlungen
Je nach Einsatzzweck und Versicherungsbedarf kommen unterschiedliche Tresortypen in Frage. Die folgenden Modelle decken ein breites Spektrum ab, vom kompakten Hotelsafe bis zum zertifizierten Wertschutzschrank mit hohem Versicherungsschutz.
Panzergeldschränke Serie PES-IV KE
Der Panzergeldschrank der Serie PES-IV KE wurde labortechnisch geprüft und zertifiziert. Spezialarmierungen im Korpus und der Tür, OPTONIT Betonpanzerung sowie allseitige hochfeuerfeste Isolierbetonpanzerung sorgen für einen hohen Einbruchschutz. Die umlaufende Stufenfeuerfalz mit Therex-Blockade-Dichtung bietet zusätzlichen Feuerschutz. Der Tresor ist für den Anschluss an eine Einbruchmeldeanlage vorgerüstet.
Pulttresor Modell CWP
Dieser Geldschrank bietet mit der ECB-S und VdS Sicherheitsstufe Widerstandsgrad III optimalen Schutz für höhere Werte. Er versichert bis zu 200.000 Euro im Privatbereich und 100.000 Euro im Gewerbe. Mit EMA-Anschluss verdoppelt sich die Versicherungssumme. Die Sperrvariante ist ein Doppelbartschloss, alternativ ist ein Zahlenkombinationsschloss möglich. Der Pulttresor eignet sich ideal für den Einbau in Steh- oder Sitzpulte im Kassenbereich.
Wertschutzschrank Topas Pro VdS-Klasse II
Der Tresor mit VdS Sicherheitsstufe II bietet einen Versicherungsschutz von 100.000 Euro für Privatpersonen und 50.000 Euro bei gewerblicher Nutzung. Das Doppelbart-Hochsicherheitsschloss mit zwei Schlüsseln ist serienmäßig installiert. Schlosseinfassung, Schlosspanzerung und Durchschlagssicherungsplatte erschweren das Aufbrechen zusätzlich. Serienmäßig ist eine Vorrichtung zur Bodenverankerung vorhanden, inklusive zugelassenem Verankerungsmaterial.
Wertschutzschrank STE II
Der Geldschrank der VdS-Klasse II nach EN 1143-1 bietet einen Versicherungsschutz von 100.000 Euro für Privatpersonen und 50.000 Euro im Gewerbe. Die dreiwandige Tür hat eine Gesamtstärke von 140 mm und ist mit dreiseitiger Verriegelung sowie 35 mm Rundriegelbolzen gesichert. Passive und aktive Sicherungselemente wie Notverriegelung und Schloss- sowie Riegelwerkabdeckung bieten zusätzlichen Schutz. Der Tresor ist mit Spezialbeton in Tür und Korpus befüllt und zudem feuersicher.
Hotelsafe Trier
Die Geldschränke der Serie Trier sind speziell zum Einbau in Möbelstücken oder hinter Wandverkleidungen geeignet. Der Versicherungsschutz beträgt bis zu 2.500 Euro. Der Korpus ist einwandig und 3 mm dick, die Tür doppelwandig mit 65 mm Stärke. Serienmäßig ist der Safe mit einem Hochsicherheits-Elektronikschloss ausgestattet. Zwei Bohrungen im Boden inklusive Befestigungsmaterial ermöglichen die Verankerung.
Schließsysteme für Geldschränke
Die Wahl des Schließsystems beeinflusst Sicherheit und Bedienkomfort. Mechanische Schlösser mit Doppelbartschlüssel gelten als besonders zuverlässig und benötigen keine Stromversorgung. Allerdings besteht das Risiko, dass Einbrecher den Schlüssel in der Nähe des Tresors finden. Manche Versicherer fordern deshalb ein Zahlenschloss, um dieses Risiko zu minimieren.
Elektronische Tastaturfelder ermöglichen die Eingabe eines Zahlencodes und lassen sich bei Bedarf umprogrammieren. Das ist praktisch, wenn mehrere Personen Zugang benötigen oder Codes regelmäßig gewechselt werden sollen. Biometrische Systeme wie Fingerabdruckscanner bieten schnellen Zugang ohne Schlüssel oder Code, sind aber in der Anschaffung teurer. Für besonders sensible Inhalte empfiehlt sich eine Kombination aus zwei Schließsystemen.
Verankerung und Aufstellort
Die fachgerechte Verankerung ist keine optionale Zusatzleistung, sondern in den meisten Fällen Voraussetzung für den Versicherungsschutz. Bei Tresoren unter 1.000 kg Gewicht verlangen praktisch alle Versicherer eine Befestigung am Boden oder in der Wand. Fehlt diese Verankerung, kann die Versicherung nach einem Einbruch die Leistung verweigern oder kürzen.
Neben der Verankerung selbst spielt der Aufstellort eine wichtige Rolle. Der Boden muss das Gewicht des Tresors tragen können, besonders bei älteren Gebäuden oder Obergeschossen ist das nicht selbstverständlich. Auch die Zugänglichkeit für Lieferung und Montage sollte vorab geprüft werden: Ein 300 Kilogramm schwerer Tresor passt nicht durch jedes Treppenhaus, und nicht jeder Aufzug trägt dieses Gewicht.
Praxistipp:
Lassen Sie den Aufstellort vor dem Kauf von einem Fachmann begutachten. So vermeiden Sie böse Überraschungen bei der Lieferung und stellen sicher, dass die Verankerung den Versicherungsanforderungen entspricht.
Typische Fehler beim Geldschrank-Kauf
Aus der täglichen Beratung von Privatkunden und Gewerbebetrieben kennen wir die häufigsten Fehler beim Tresorkauf. Der teuerste Fehler ist die Wahl der falschen Sicherheitsstufe: Wer einen Tresor mit Widerstandsgrad 0 kauft, aber Werte von 80.000 Euro versichern möchte, hat im Schadensfall eine Deckungslücke von 40.000 Euro. Die Differenz zwischen den Widerstandsgraden kostet beim Kauf oft nur wenige hundert Euro, bei einem Einbruch kann sie tausende Euro ausmachen.
Ein weiterer häufiger Fehler: Die Abstimmung mit der Versicherung erfolgt erst nach dem Kauf. Dann stellt sich heraus, dass der Versicherer andere Anforderungen hat als erwartet, etwa ein bestimmtes Schließsystem oder eine spezielle Verankerungsart. Auch die Lieferlogistik wird regelmäßig unterschätzt. Ein Wertschutzschrank mit 400 kg Gewicht lässt sich nicht einfach die Treppe hochtragen. Wer das erst am Liefertag feststellt, steht vor einem teuren Problem.
Nicht zuletzt verschenken viele Käufer das Potenzial einer Einbruchmeldeanlage. Der Anschluss an eine VdS-zertifizierte EMA verdoppelt in der Regel die Versicherungssumme. Bei höheren Werten kann sich die Nachrüstung einer solchen Anlage schnell rechnen.
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Häufige Fragen zu Geldschränken
Verliere ich den Versicherungsschutz, wenn ich den Tresor selbst verankere?
Das hängt von Ihrer Versicherung und der Ausführung ab. Grundsätzlich akzeptieren viele Versicherer eine Eigenverankerung, wenn sie fachgerecht mit zugelassenem Material erfolgt. Die Befestigungspunkte müssen dabei die vom Hersteller vorgesehenen Bohrungen nutzen und ausreichend dimensioniert sein.
Allerdings gibt es Versicherer, die eine dokumentierte Montage durch einen Fachbetrieb verlangen, besonders bei höheren Versicherungssummen. Klären Sie das vor der Montage mit Ihrer Versicherung und lassen Sie sich die Anforderungen schriftlich bestätigen. Im Zweifel ist die professionelle Montage die sicherere Wahl.
Welcher Widerstandsgrad ist für ein Einzelhandelsgeschäft sinnvoll?
Das richtet sich nach Ihren Tageseinnahmen und dem gewünschten Versicherungsschutz. Für Bargeldbestände bis 10.000 Euro reicht theoretisch Widerstandsgrad 0, bei höheren Beträgen ist mindestens Grad I oder II empfehlenswert. Bedenken Sie, dass im Gewerbe niedrigere Versicherungssummen gelten als im Privatbereich.
Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob ein Deposittresor für Ihre Situation sinnvoller ist. Dieser ermöglicht das Einwerfen von Bargeld, ohne den Tresor zu öffnen, und reduziert so das Risiko bei Überfällen während der Geschäftszeiten. Wir beraten Sie gerne zu den verschiedenen Optionen.
Kann ich einen gebrauchten Geldschrank versichern lassen?
Ja, sofern der Tresor seine Zertifizierung behält und in einwandfreiem Zustand ist. Die VdS- oder ECB-S-Plakette im Tresorinneren dokumentiert den Widerstandsgrad unabhängig vom Alter des Tresors. Entscheidend ist, dass Schloss und Verriegelungsmechanik funktionieren und keine Beschädigungen vorliegen, die den Einbruchschutz beeinträchtigen.
Gebrauchte Tresore vom Fachhändler sind geprüft und bieten eine kostengünstige Alternative zum Neukauf. Lassen Sie den Tresor vor dem Kauf begutachten und informieren Sie Ihre Versicherung über das Baujahr und die Zertifizierung.
Brauche ich zusätzlichen Brandschutz für Dokumente im Geldschrank?
Ein Wertschutzschrank schützt primär vor Einbruch, nicht vor Feuer. Zwar bieten manche Modelle einen gewissen Grundschutz, doch für wichtige Dokumente, Datenträger oder Bargeld in größeren Mengen empfiehlt sich ein Tresor mit zusätzlicher Brandschutzklasse. Die Klassifizierungen nach EN 1047 geben an, wie lange der Tresorinhalt bei definierter Hitzeeinwirkung geschützt bleibt.
Für Papiere ist die Klasse S 60 P oder S 120 P relevant, für Datenträger die Klassen S 60 DIS oder S 120 DIS. Die Kombination aus Einbruch- und Feuerschutz ist möglich, erhöht aber Gewicht und Preis des Tresors. Ob sich das für Ihren Bedarf lohnt, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch.
Über Zirotec Tresore
Die Inhalte dieses Artikels basieren auf über 40 Jahren Praxiserfahrung im Tresor-Fachhandel und Tresorbau. Als Spezialanbieter für Gewerbekunden beraten wir täglich Apotheken, Banken, Juweliere und Unternehmen zu versicherungskonformen Sicherheitslösungen. Unser Wissen kommt aus der täglichen Arbeit mit Tresoren, Wertschutzschränken und Waffenschränken: von der Beratung über die Montage bis zur Notöffnung, Transport und Entsorgung.








