Wanduhr im Vordergrund zeigt späte Nachtzeit, im Hintergrund zwei Einbrecher an einem Tresor

Warum ein Wertschutzschrank Unternehmen auch bei Einbruch schützt

Was zertifizierte Sicherheit von Baumarkt-Tresoren unterscheidet

Bringt ein Tresor bei einem Einbruch überhaupt etwas? Diese Frage stellen sich viele Geschäftsinhaber, bevor sie in einen Wertschutzschrank investieren. Ja, ein zertifizierter Wertschutzschrank schützt, weil er Einbrechern das Wichtigste nimmt, was sie brauchen: Zeit. Dass das Risiko real ist, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA: Gewerbliche Objekte sind nach wie vor ein häufiges Ziel. Die Frage ist oft nicht, ob, sondern wann ein Einbruch passiert.

Doch Sicherheitstechnik wirkt: Wie die Auswertung der Versuchsabbrüche in der Kriminalstatistik 2024 belegt, scheitern 46,3 Prozent aller Einbrüche bereits im Ansatz – nicht zuletzt wegen mechanischer Sicherungsmaßnahmen. Der entscheidende Faktor dabei: Ein zertifizierter Wertschutzschrank funktioniert grundlegend anders als ein Baumarkt-Tresor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zertifizierung entscheidet: Nur Wertschutzschränke nach EN 1143-1 bieten nachweisbaren Einbruchschutz und werden von Versicherungen anerkannt.
  • Widerstandsgrad bestimmt Versicherungssumme: Im gewerblichen Bereich gelten strengere Anforderungen als bei privater Nutzung.
  • Verankerung ist Pflicht: Bei Tresoren unter 1.000 kg fordern Versicherungen eine fachgerechte Bodenbefestigung.
  • Zeit ist der Schutzfaktor: Ein zertifizierter Wertschutzschrank verzögert Einbrecher so lange, dass ihr Entdeckungsrisiko zu hoch wird. Mit Alarmanlage verdoppelt sich oft die Versicherungssumme.
  • Typische Fehler vermeiden: Falscher Widerstandsgrad oder fehlende Verankerung können im Schadensfall den Versicherungsschutz kosten.
  • Individuelle Beratung: Sprechen Sie uns an für eine unverbindliche Bedarfsanalyse.
Wanduhr im Vordergrund zeigt späte Nachtzeit, im Hintergrund zwei Einbrecher an einem Tresor

Jede Minute zählt: Ein zertifizierter Wertschutzschrank verzögert Einbrecher so lange, bis das Entdeckungsrisiko zu hoch wird (Grafiken: Freepik).

Was einen Wertschutzschrank vom Baumarkt-Tresor unterscheidet

Der Begriff „Tresor“ ist nicht geschützt. Auch ein einfacher Stahlschrank mit Zahlenschloss darf sich so nennen. Ein Wertschutzschrank hingegen ist ein nach europäischer Norm EN 1143-1 geprüftes und zertifiziertes Wertbehältnis. Der Unterschied liegt im Prüfverfahren: Unabhängige Institute wie VdS Schadenverhütung oder ECB-S testen diese Schränke mit definierten Einbruchwerkzeugen unter kontrollierten Bedingungen.

Bei der Prüfung wird gemessen, wie lange der Tresor verschiedenen Angriffsarten standhält. Das Ergebnis ist ein Widerstandsgrad, der die Grundlage für die Versicherungseinstufung bildet. Baumarkt-Tresore tragen oft Bezeichnungen wie „Sicherheitsstufe 3“ oder „Security Level A“, die offiziell klingen, aber keiner anerkannten Norm entsprechen. Ohne Verweis auf EN 1143-1 oder zumindest VDMA 24992 fehlt der Nachweis, dass der Tresor tatsächlich geprüft wurde. Die Konsequenz: Versicherungen erkennen solche Modelle für gewerbliche Nutzung oft nicht an.

Ältere Tresore nach VDMA 24992 mit den Sicherheitsstufen A oder B sind ein Grenzfall. Für den privaten Bereich reichen sie häufig aus, im gewerblichen Kontext fordern viele Versicherungen jedoch mindestens Widerstandsgrad N oder 0 nach EN 1143-1. Ob Ihr bestehender Tresor noch den Anforderungen entspricht, hängt vom Anschaffungszeitpunkt und der konkreten Police ab.

So funktioniert Einbruchschutz nach Widerstandsgraden

Widerstandsgrad und Prüfverfahren

Der Widerstandsgrad gibt an, wie lange ein Wertschutzschrank definierten Aufbruchwerkzeugen standhält. Bei der Prüfung greifen Experten den Tresor mit genau den Werkzeugen an, die auch Einbrecher verwenden: Brecheisen, Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Kernbohrer. Gemessen wird, wie viel Zeit und Aufwand nötig sind, um eine Öffnung zu schaffen, die Zugriff auf den Inhalt ermöglicht.

Die Ergebnisse werden in Widerstandseinheiten (Resistance Units) ausgedrückt. Ein Tresor mit Widerstandsgrad I muss mindestens 30 RU erreichen, bei Grad III sind es bereits 80 RU. In der Praxis bedeutet das: Ein Einbrecher mit schwerem Gerät braucht bei einem Grad-III-Tresor nicht nur länger, er macht auch mehr Lärm und hinterlässt mehr Spuren. Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er entdeckt oder identifiziert wird.

Welcher Widerstandsgrad für welchen Wert?

Die Versicherungssummen unterscheiden sich erheblich zwischen privater und gewerblicher Nutzung. Im Gewerbebereich gelten strengere Maßstäbe, weil das Risiko höher eingeschätzt wird. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte, die tatsächlichen Summen variieren jedoch je nach Versicherungsgesellschaft.

WiderstandsgradVersicherungssumme Gewerbe (ca.)Versicherungssumme Privat (ca.)
Grad N/0bis 10.000 Eurobis 40.000 Euro
Grad Ibis 20.000 Eurobis 65.000 Euro
Grad IIbis 50.000 Eurobis 100.000 Euro
Grad IIIbis 100.000 Eurobis 200.000 Euro

Für Geschäftstresore mit höheren Bargeldbeständen oder wertvollen Waren empfiehlt sich daher mindestens Widerstandsgrad I, bei Tageseinnahmen über 20.000 Euro entsprechend höher. Die genauen Anforderungen sollten Sie vor dem Kauf mit Ihrer Versicherung abstimmen, denn die Versicherungsklassifizierungen können je nach Anbieter abweichen.

Unternehmenssicherheit

Warum Wertschutzschränke für Firmen essenziell sind

Einbruchsrisiko (2-Jahres-Vergleich)

Unternehmen

Privatpersonen

Lesehilfe: Die grauen Anteile (Rest) zeigen jene Unternehmen bzw. Privatpersonen, die im Zeitraum kein Einbruchsopfer wurden.
Firmen werden fast 4x häufiger Opfer von Einbrüchen als Privatleute.
Hotspots 2025
Nordrhein-Westfalen
Niedersachsen
Baden-Württemberg
Ballungsräume besonders betroffen
Aufklärungsquote (Ø)
18,8%
Bundesweiter Durchschnitt aller Gewerbeeinbrüche
Bayern vs Bremen
(Beste vs Schlechteste Quote)
30%
vs
9,8%
Starkes Nord-Süd-Gefälle sichtbar
Durchschnittsschaden
3.800€ Privat
>5.100€ Gewerbe
zzgl. Kosten durch Betriebsunterbrechung
Zeit ist der Faktor

Viele Einbrüche finden tagsüber statt. Das Entdeckungsrisiko für Täter ist hier extrem hoch.

Jede Minute Verzögerung durch einen Safe erhöht den psychologischen Druck massiv und führt oft zum Abbruch.

Standard Zertifiziert
EN 1143-1 Widerstandsgrad
bis zu 31x längere Widerstandszeit

Der Safe kauft Ihnen die entscheidenden Minuten, bis Sicherheitsdienste oder die Polizei vor Ort sind – oft der Unterschied zwischen Totalverlust und Schadensbegrenzung.

Finanzieller Schutz
  • Geprüfte Sicherheit (z. B. EN 1143-1) senkt oft spürbar die Versicherungsprämien.
  • Minimierung von Verlusten und Schutz vor existenzbedrohender Betriebsunterbrechung.
Zirotec GmbH Tresor- und Sicherheitstechnik
Quellen: git-sicherheit, alh, polizeiliche Kriminalstatistik

Was passiert, wenn Einbrecher mehr Zeit haben?

Kann ein professioneller Einbrecher nicht jeden Tresor knacken? Mit unbegrenzter Zeit und schwerem Gerät wäre das möglich. Doch genau diese Zeit hat ein Einbrecher nicht. Ein zertifizierter Wertschutzschrank ist darauf ausgelegt, Angriffe so lange zu verzögern, dass das Entdeckungsrisiko für den Täter zu hoch wird. Bei einem Grad-I-Tresor muss ein Angreifer mit professionellem Werkzeug mindestens 20 Minuten arbeiten, bei Grad III sind es 50 Minuten und mehr. Das ist für einen Einbrecher, der jederzeit entdeckt werden kann, zu lang.

Deshalb ist die Kombination mit einer Einbruchmeldeanlage so wirksam. Ist der Wertschutzschrank an eine VdS-zertifizierte Alarmanlage angeschlossen, verdoppelt sich bei vielen Versicherungen die Versicherungssumme. Der Tresor verzögert den Angriff, die Alarmanlage sorgt dafür, dass in dieser Zeit Hilfe kommt oder der Täter flüchtet.

Bei Gastronomiebetrieben erleben wir häufig, dass der vorhandene Tresor zwar die Tageseinnahmen fasst, aber nur Sicherheitsstufe A nach VDMA hat. Das reicht für private Nutzung, aber im gewerblichen Kontext erkennen viele Versicherungen diese Stufe nicht an. Erst bei der Schadensmeldung wird das zum Problem, wenn die Regulierung verweigert oder gekürzt wird.

Die zweite Schutzebene ist die Verankerung. Im gewerblichen Bereich fordern Versicherungen bei Tresoren unter 1.000 kg in der Regel eine fachgerechte Boden- oder Wandverankerung. Ein 200-kg-Tresor ohne Befestigung kann von zwei Personen weggetragen werden. Fachgerecht verankert lässt er sich auch mit mehreren Personen nicht mehr bewegen.

Praxistipp:
Lassen Sie die Verankerung vom Fachbetrieb ausführen. Eigenbohrungen am Tresor, etwa um zusätzliche Befestigungspunkte zu schaffen, beschädigen die Sicherheitsstruktur und machen die Zertifizierung ungültig. Die meisten Wertschutzschränke haben bereits vorgefertigte Verankerungslöcher, die genutzt werden müssen.

Massiver Wertschutzschrank mit elektronischem Schloss in einem Unternehmensraum

Ein zertifizierter Wertschutzschrank nach EN 1143-1 bietet nachweisbaren Einbruchschutz und ist Voraussetzung für den gewerblichen Versicherungsschutz.

Typische Fehler beim Tresorkauf für Unternehmen

Die häufigsten Fehler passieren nicht beim Tresor selbst, sondern bei der Auswahl und Abstimmung mit der Versicherung. Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Tresorbranche kennen wir die Situationen, die nach einem Einbruch zu Problemen mit der Regulierung führen.

  • Falscher Widerstandsgrad: Ein Grad-0-Tresor reicht für Tageseinnahmen bis 10.000 Euro. Wer regelmäßig höhere Summen aufbewahrt, braucht mindestens Grad I oder II.
  • Fehlende Verankerung: Ohne fachgerechte Befestigung kann die Versicherung die Leistung kürzen, selbst wenn der Widerstandsgrad stimmt.
  • Eigenbohrungen am Tresor: Jede nachträgliche Bohrung durch Korpus oder Tür zerstört die Zertifizierung. Der Tresor gilt dann als „manipuliert“.
  • Private statt gewerbliche Summen: Die Versicherungssummen für Privat sind drei- bis viermal höher. Wer seinen Geschäftstresor nach privaten Richtwerten kauft, ist unterversichert.
  • Kauf ohne Versicherungsabstimmung: Jede Versicherung hat eigene Anforderungen. Was bei einem Anbieter reicht, kann bei einem anderen zu wenig sein.

Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da.

Wann sich Fachberatung für Unternehmen lohnt

Die Investition in einen Wertschutzschrank erfordert eine fundierte Entscheidung. Neben dem Widerstandsgrad spielen Standort, Transportweg und branchenspezifische Anforderungen eine Rolle. Als langjähriger Partner von Banken und Gewerbetreibenden im Rhein-Main-Gebiet wissen wir, welche Fragen Versicherungen stellen und welche Details bei der Montage entscheidend sind.

Wenn wir einen 500-kg-Wertschutzschrank in ein Büro im zweiten Stock liefern, prüfen wir vorab den Transportweg und die Tragfähigkeit des Bodens. Ein Kunde wollte den Tresor ursprünglich im Altbau-Dachgeschoss aufstellen. Nach unserer Begehung haben wir gemeinsam einen anderen Standort gefunden, der sowohl statisch geeignet als auch versicherungstechnisch optimal war.

Für bestimmte Branchen gelten zusätzliche gesetzliche Anforderungen: Apotheken brauchen BTM-Tresore mit definierten Sicherheitsstufen, Waffenbesitzer müssen das Waffengesetz beachten, Unternehmen mit sensiblen Daten haben eigene Vorgaben. Ob Ihr geplanter Tresor alle Anforderungen erfüllt, klären wir in einer unverbindlichen Beratung. Die Lieferung und Montage übernehmen wir bundesweit mit eigenem Fuhrpark.

Praxistipp:
Sprechen Sie vor dem Kauf mit Ihrer Versicherung. Klären Sie, welchen Widerstandsgrad und welches Mindestgewicht Ihre Police fordert. So vermeiden Sie, dass der Tresor zwar passt, aber die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt.

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Tel: 0 61 02 / 60 18 Mail: info@zirotec-tresore.de

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Häufige Fragen

Kann ein Einbrecher einen Wertschutzschrank nicht einfach mitnehmen?

Bei Tresoren unter 1.000 kg ist eine fachgerechte Verankerung im Boden oder in der Wand vorgeschrieben. Ein korrekt befestigter 300-kg-Tresor lässt sich nicht einfach wegtragen, selbst wenn mehrere Personen beteiligt sind.

Viele Versicherungen fordern im gewerblichen Bereich eine dokumentierte Verankerung für Tresore unter 1.000 kg. Fehlt diese, kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein oder ganz entfallen. Was genau Ihre Police verlangt, steht in den Versicherungsbedingungen oder lässt sich beim Versicherer erfragen.

Kann ein Profi nicht jeden Tresor aufbrechen?

Mit unbegrenzter Zeit und schwerem Gerät lässt sich jeder Tresor öffnen. Doch Einbrecher haben keine unbegrenzte Zeit. Ein zertifizierter Wertschutzschrank verzögert den Angriff so lange, dass das Risiko für den Täter zu hoch wird. Bei einem Grad-II-Tresor sind das mindestens 30 Minuten konzentrierter, lauter Arbeit mit Spezialwerkzeug.

Außerdem sind die meisten Einbrüche in Gewerbeobjekte Gelegenheitstaten. Professionelle Tresorknacker, die mit Kernbohrer und Schneidbrenner anrücken, sind die Ausnahme. Gegen diese schützt der Tresor durch Zeitgewinn, während die Alarmanlage Hilfe holt.

Zahlt die Versicherung, wenn der Tresor trotzdem aufgebrochen wird?

Ja, sofern der Tresor den Anforderungen der Police entspricht. Der Widerstandsgrad bestimmt die maximale Versicherungssumme, nicht ob überhaupt gezahlt wird. Ein aufgebrochener Grad-II-Tresor ist versichert, wenn die Police einen Grad-II-Tresor vorsieht.

Wichtig ist die Dokumentation: Kaufbeleg, Zertifikat und Fotos der Verankerung sollten Sie getrennt vom Tresor aufbewahren. Nach einem Einbruch beschleunigt das die Regulierung erheblich und vermeidet Diskussionen mit dem Versicherer.

Reicht mein bestehender Tresor für die gewerbliche Nutzung?

Das hängt von der Zertifizierung und dem Anschaffungszeitpunkt ab. Ältere Tresore nach VDMA 24992 mit Sicherheitsstufe A oder B werden von manchen Versicherungen für gewerbliche Nutzung nicht mehr anerkannt. Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren verschärft.

Lassen Sie im Zweifel prüfen, welche Zertifizierung Ihr Tresor hat. Anhand der Typenschilder und Unterlagen können wir einschätzen, ob er noch den aktuellen Anforderungen entspricht oder ob ein Austausch sinnvoll wäre.

Verdoppelt eine Alarmanlage wirklich den Versicherungsschutz?

Bei vielen Versicherungen ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Einbruchmeldeanlage muss selbst VdS-zertifiziert sein und der Tresor muss daran angeschlossen werden. Eine einfache Smartphone-Alarmanlage reicht in der Regel nicht aus.

Ob und in welcher Höhe die Verdoppelung gilt, regelt Ihre Police. Klären Sie vor der Installation, welche Anforderungen gestellt werden und ob Sie die Erhöhung gesondert beantragen müssen.

Über Zirotec Tresore

Die Inhalte dieses Artikels basieren auf über 40 Jahren Praxiserfahrung im Tresor-Fachhandel und Tresorbau. Als Spezialanbieter für Gewerbekunden beraten wir täglich Apotheken, Banken, Juweliere und Unternehmen zu versicherungskonformen Sicherheitslösungen. Unser Wissen kommt aus der täglichen Arbeit mit Tresoren, Wertschutzschränken und Waffenschränken: von der Beratung über die Montage bis zur Notöffnung, Transport und Entsorgung.